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Landesjägerschaftsversammlung – Krone gibt sich die Ehre !

Es war ein besonderes Ereignis und eine Ehre für die Jägerschaft Lingen, dass die diesjährige Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft Niedersachsens (LJN) am 05. Mai im Drive & Train der Firma Krone in Spelle stattfand. 

Den dankenden Worten, die die Funktionäre der Jägerschaft und der Politik an Dr. Bernard Krone richteten, schließen wir „Lingener Jäger“ uns gerne an.

Landrat Winter fand in seinem Grußwort die passenden Worte, als er das Emsland vor 70 Jahren als die ärmste Region Deutschlands bezeichnete. Heute gibt es hier faktisch keine Arbeitslosigkeit mehr und der Landkreis ist in seiner Erfolgsbilanz mit Oberbayern vergleichbar. Zur positiven Entwicklung haben in unserer Region die Landwirtschaft und die Fa. Krone erheblich beigetragen. Das resümierte auch der Speller Bürgermeister Hummeldorf, der die Fa. Krone mit dem Gründerjahr 1906 in der 6. Generation beschrieb und eine regionale Arbeitslosenquote von unter 2 % nannte.

Hartwig Fischer, DJV-Präsident, lobte die Zusammenarbeit mit der LJN und richtete „Klartext“ an die Politik: Nicht demokratisch aufgebaute Verbände sollten kein Verbandsklagerecht bekommen, jagdrechtliche Regelungen müssten der fachpraktischen Arbeit gerecht werden, die Jägerschaften seien die einzigen anerkannten Naturschützer mit abgelegter Prüfung, der Naturschutz müsse ganzheitlich (d.h. auch effektive Bekämpfung der Prädatoren) betrachtet werden, Fallenjagd dürfe nicht über das praktikable Maß hinaus eingeschränkt werden.

Der Staatssekretär des ML Schörshusen bezeichnete die Jäger als Bindeglied zwischen Naturschutz und Flächennutzer. Er forderte zur Bekämpfung invasiver Arten (Nutria u.a.) und zur intensiven Bejagung von Schalenwild (Wild sei dann ökologisch verträglich, wenn Verbiss an Naturverjüngungen unter 20 % liegen) auf. Er mahnte sachliche Diskussionen und Lösungen bei den Problemen in der Landwirtschaft (Wasserschutz, Tierwohl, Düngeverordnung, etc.) an und verwies abschließend auf die Ziele der kleinen Novelle des niedersächsischen Jagdrechts (bleifrei ab Dez. 2018, Schießübungsnachweise und Schallminderer).

Der Präsident und MdL Dammann-Tamke gab in seinen jagd- und verbandspolitischen Worten die Mahnungen an den Staatssekretär zurück: Bleifrei dürfe nicht zu Lasten des Tierschutzes gehen und Nutrias seien nicht ohne Fallen bekämpfbar, sagte er. Die Wolfspopulation wäre schon so stark gewachsen, dass der Wolf mittlerweile sogar in Bremen angekommen sei. Dammann-Tamke warnte vor dem Verlust der extensiven Weidehaltung. Er prognostizierte, dass es eine regionale Verträglichkeit für die Anzahl an Wolfsrudel geben und dass es zu keiner Selbstregulierung der Wolfspopulation kommen werde. Der Mensch müsse letztendlich regulierend eingreifen. Ins Jagdrecht gehöre der Wolf aber nur dann, wenn es neben den Pflichten auch Rechte für die Jagdausübenden gebe.

Der LJN-Präsident trug auch die Sorgen um den Fasanenrückgang vor. Selbst könnten die Fasanen ihre Populationsstärke nicht halten. Es mangele an Insekten und das wiederum läge auch an den intensiven Agrarkulturen. Dammann-Tamke forderte zur Zusammenarbeit mit den Landwirten auf und kündigte die Biodiversitätssteigerung als das Hauptziel der LJN-Aktivitäten der nächsten drei Jahre an. Er verwies diesbezüglich auf das Projekt „Biodiversität & Energie aus Wildpflanzen“.

Zu dem Thema referierten auch Werner Kuhn, Landwirt und passionierter Jäger aus Franken, und Johann Högemann, Obmann für Naturschutz unserer Jägerschaft. Beide stellten dar, dass Landwirtschaft und Artenschutz nicht im Widerspruch stehen müssten und sie erläuterten Beispiele und Maßnahmen dazu. Vielen sinnhaften Praktiken, z.B. Schwarzbrachestreifen, stünde das Agrarrecht entgegen – dass müsse die Politik ändern. Andere unsinnigen Maßnahmen, wie die intensive Graben- und Wegestreifenpflege sowie die Mulchpflicht auf Stilllegungen, würden Lebensräume zerstören. Kuhn kritisierte die „Sakrotanlandschaften“ nach dem Motto „das sieht aber gut und sauber aus“. Er und Högemann riefen dazu auf, dass Motto zu ändern in Richtung „Landwirtschaft schafft Lebensräume“.

Weitere Details können dem anhängenden Zeitungsartikel von Heinz Krüssel entnommen werden.