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Stiftungspreis "Projekt des Jahres 2017" an Johann Högemann vergeben

Auf der Mitgliederversammlung des ZJEN in der Heidmarkhalle in Bad Fallingbostel am 20. November hat die Stiftung Kulturlandpflege unseren Obmann für Naturschutz, Johann Högemann mit einem besonderen Preis gewürdigt. Seit ihrer Gründung durch den Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen (ZJEN) im Jahr 1997 engagiert sich die Stiftung Kulturlandpflege in Naturschutzprojekten, die gemeinsam mit Jagdgenossenschaften oder einzelnen Grundeigentümern durchgeführt werden. Mittlerweile sind über 200 derartige Vorhaben - verteilt auf fast alle Landkreise Niedersachsens - umgesetzt worden. Das „Projekt des Jahres 2017“ ist der "Schutz und Erhalt der frei lebenden Tierwelt" von Johann Högemann. Mit der Prämierung wollen der ZJEN und die Stiftung Kulturlandpflege die zahlreichen Initiativen zur Verbesserung von Natur und Landschaft in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Der diesjährige Preisträger Johann Högemann aus Lingen im Emsland hat sich in vorbildlicher Weise für den Erhalt der Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft engagiert und dabei besonders viel dafür getan, Rehkitze und andere Wildtiere vor dem Mähtod zu bewahren.

Auszüge aus der Laudatio:

„Johann Högemann ist auf gewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Friesoythe im Kreis Cloppenburg und zog später nach Lingen im Kreis Emsland. Nach dem Studium der Landwirtschaft in Osnabrück begann seine berufliche Laufbahn in den Fachbereichen Pflanzenbau und Pflanzenschutz bei der Landwirtschaftskammer Weser-Ems - später fusioniert zur LWK Niedersachsen. Obwohl Sie - Herr Högemann - schon immer ein Naturliebhaber waren, legten Sie aber so richtig los, als Sie im Jahr 2007 Obmann für Naturschutz bei der Jägerschaft Lingen wurden. Gleich zu Anfang machten Sie sich daran, Blühmischungen für Wildäcker und Blühstreifen zusammenzustellen, die im Emsland weite Anwendung fanden. Im Jahren 2010 waren Sie maßgelblich an der Gründung des Biotopfonds im Emsland beteiligt. Ab 2013 beschäftigte Sie die Frage, ob man nicht das Gute mit dem Nützlichen verbinden kann und die Blühflächen mähen und das Erntegut in die Biogasanlage fahren kann. Es entstand das Projekt "Energie aus Wildpflanzen" aus mehrjährigen Mischungen. Sie erstellten Deckungsbeitragsrechnungen: Demnach müsste eine 1 ha große Blühfläche nur mit 300 bis 400 Euro subventioniert werden, um mit 1 ha Energiemais mithalten zu können. Und dann gibt es da eine Aufgabe, in die Sie sich besonders reingekniet haben: Das Thema Wildrettung wurde Ihr Spezialgebiet. Gemeinsam mit Ihren Mitstreitern fingen Sie an, technische Hilfsmittel zu entwickeln, um Rehkitze vor dem sonst sicheren Mähtod zu bewahren. Ihnen war es dabei besonders wichtig, dass die Technik auch wirklich die gewünschte Wirkung erzielt. Neben akustischen und optischen Wildwarnern, die abends vor der Mahd ins Feld kommen, wurden auch akustische Signalgeber erprobt und entwickelt, die während des Mähvorganges außen an den Maschinen angebracht werden und das Wild mit einem ohrenbetäubenden Piepton wirksam hochbringen. In der Jägerschaft Lingen wurden über 500 dieser Signalgeber selbst zusammengebaut und fanden sogar Abnehmer im benachbarten Holland. Die Liste Ihrer Aktivitäten lässt sich noch beliebig fortführen. Ihr Motto lautet - so haben Sie es selbst formuliert -: "Zur jagdlichen Ernte gehört auch die Hege". Und so war Johann Högemann auf seinen Besuchen bei den Landwirten auch immer jemand, der ernst genommen wurde, weil er als Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer nicht nur die Sprache der Landwirte spricht, sondern auch genau weiß, wie es um die ökonomischen Auswirkungen solcher ökologischen Maßnahmen bestellt ist. Insofern war und ist Johann Högemann ein wertvoller Botschafter für die Biologische Vielfalt in unserer Agrarlandschaft, weil er neben den Visionen für eine artenreiche Umwelt auch den Blick für das Machbare auf den landwirtschaftlichen Betrieben behalten hat und sein Wissen im Sinne der Natur einzusetzen versteht.“

Herzlichen Glückwunsch zum Preis, ein „Weiter so“ und Waidmannsheil wünscht der Vorstand der Jägerschaft Lingen