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Was Jäger für den Naturschutz leisten

Natürliche Schutzräume:



Feldholzinseln sind kleine Gehölze in der freien Landschaft, bestehend aus Kräutern, Sträuchern und Bäumen. Sie bilden am Rand der Felder Schutzräume für zahlreiche Tierarten, bieten ihnen Deckung und Brutmöglichkeiten.
6.300 neue Feldholzinseln werden pro Jahr von Jägern in ihren Revieren angelegt. Dies entspricht einer Fläche von 3.300 Hektar.

Streuobstwiesen:



Streuobstwiesen sind ein idealer Lebensraum für viele bedrohte Tierarten. Früher gehörten sie ganz selbstverständlich zu jedem Bauernhof. Viele Tier-, vor allem aber Pflanzenarten waren auf den extensiv genutzten Wiesen zuhause.

5.700 Streuobstwiesen werden pro Jahr von den Jägern angelegt, das ist ungefähr eine Fläche von 2000 Fußballfeldern.

Stilllegungsflächen:



Wirtschaftliche Zwänge führten dazu, dass ehemals klein strukturierte Ackerlandschaften großen Agrarflächen weichen mussten. Inzwischen wird die regelmäßige Stilllegung von Ackerflächen im Rahmen der EU- Agrarpolitik gefördert- in erster Linie, um die Produktion zu senken.

Über 8.500 Stilllegungsflächen werden pro Jahr von den Jägern angelegt und gepflegt. Das entspricht mit 41.000 Hektar ungefähr der Fläche von Bremen.

Hecken:

Hecken sind wie Grabenränder und Feldraine „ökologische Trittsteine“ für viele Tierarten. Sie verbinden natürliche Lebensräume und bieten Kleinlebewesen, aber auch Rebhühnern, Fasanen und vielen Singvogelarten Schutz und Nahrung. Hecken am Rand von Ackerkulturen verhindern auch Kälteextreme, Winderosion und zu hohe Verdunstung.

Rund 3.600 neue Hecken mit einer Fläche von 820 Hektar werden pro Jahr von Jägern angelegt. Würde diese Hecke am Stück mit 1,5 m Breite gepflanzt, wäre sie fast so lang wie die Chinesische Mauer, rund 6.000 km.

Teichflächen:

Zahlreiche Frosch- und Krötenarten, seltene Insekten und viele andere Tierarten leben an und in Teichen. Natürlich gestaltete Teichflächen ziehen wieder Tiere an, die auf der „Roten Liste“ stehen wie den sehr scheuen Eisvogel. Jäger sorgen nicht nur für neue Feuchtbiotope, sondern machen sich auch dafür stark, dass Flora und Fauna hier möglichst viel Ruhe haben.

Über 4.000 Teichflächen werden jährlich von Jägern neu angelegt Das entspricht 1.700 Hektar oder der Größe der Insel Amrum.

Wildäsungsflächen:

Zur Hege des Wildes schaffen und erhalten die Jäger Ruhezonen und legen Äsungsflächen an. Diese Flächen werden mit einer vielseitigen Mischung aus Futterpflanzen und Kräutern bestückt. Solche Wildäcker dienen auch der Förderung und Erhaltung vieler anderer Tierarten in der Intensiv genutzten Feldflur, die arm an Wild wachsenden Blütenpflanzen ist.

Rund 20.000 neue Wildäsungsflächen in Wald und Feld legen die Jäger auf durchschnittlich 35.000 Hektar pro Jahr an. Das entspricht fast viermal der Fläche des Nationalparks „Sächsische Schweiz“.

Kästen für den Artenschutz:

Nistkästen aufzuhängen und somit Nisthilfen anzubieten ist eine der einfachsten und meist sofort erfolgreichen Artenschutzmaßnahmen. Nicht nur die typisch gefiederten Bewohner finden sich ein, sondern auch Fledermäuse, Siebenschläfer und Haselmaus.

Rund 270.000 Nistkästen hängen Jäger pro Jahr im Durchschnitt auf. Geht man davon aus, dass pro Nistkasten rund drei Küken schlüpfen, wachsen in diesen Nestern jährlich über 800.000 Jungvögel heran.

Viele Stunden für die Natur:

Die vielfältigen Hegeaufgaben, die sich aus dem Hegeauftrag der Jäger stellen, erfordern einen enormen Aufwand, der weit über den zeitlichen Aufwand der reinen Jagd hinausgeht. Die Neuanlage, Pflege und Erhaltung von schützenswerten Ökoinseln und die regelmäßige Kontrolle der Tier- und Pflanzenarten im Revier - das alles bedeutet viele, viele Stunden Arbeit, die von Jägerinnen und Jägern ehrenamtlich geleistet wird.

Auf rund 3.200.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit bringen es die Jäger durchschnittlich pro Jahr. Das entspricht einer Arbeitsleistung von 2.100 Vollzeitbeschäftigten.

Ein paar Gedanken ...

sollte man sich schon über die Naturschutzleistungen der Jäger machen, wenn man ein echtes Interesse an Wald, Feld und Flur und den dort lebenden Tieren und Pflanzen hat.

Vor allem aber lohnt es sich mit den romantisch- verklärten Auffassungen von der Natur aufzuräumen. Wer es mit Umweltschutz ernst meint, bemüht sich um ganzheitliche und rationale Betrachtungsweisen. Dann lässt sich der deutliche Zusammenhang zwischen Jagd und Naturschutz schnell begreifen: Ohne Naturschutz gibt es keine Jagd. Denn Jäger übernehmen Verantwortung für ein Stück Natur und sind gesetzlich verpflichtet, diese zu hegen und zu pflegen.