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Folgende Stellungnahme hat der Vorsitzende der Jägerschaft Jochen Roling mit Zuarbeit von Dennis Lögers an die Redakteure der NOZ gesandt: Mit großem Unverständnis habe ich den Beitrag „Schäbiges Blutgeld“ am 28. Januar in der NOZ gelesen. In der Berichterstattung vermisse ich die notwendige Sachlichkeit.

Anstelle sachlicher Einordnung tritt moralische Zuspitzung. Die pauschale Bezeichnung einer Spende aus jagdlichem Umfeld als „Blutgeld“ wird weder der Realität noch der Verantwortung des Journalismus gerecht.
Jagd in Deutschland ist keine willkürliche Freizeitbeschäftigung, sondern ein gesetzlich geregelter Bestandteil der Landnutzung. Sie ist mit einem klaren Hegeauftrag verbunden und dient der Pflege gesunder Wildbestände, der Erhaltung von Lebensräumen sowie einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Wild und Kulturlandschaft.
Jagd ist dauerhafte Verantwortung, nicht der bloße Moment des Erlegens.
Hunderttausende Jägerinnen und Jäger erfüllen diesen Auftrag ehrenamtlich. Sie investieren Zeit, Fachwissen und private Mittel in Revierpflege, Biotopverbesserung, Wildschadensverhütung, Seuchenprävention und Verkehrssicherung.
Diese Arbeit findet ganzjährig und weitgehend außerhalb öffentlicher Wahrnehmung statt.
In unserer vom Menschen geprägten Kulturlandschaft existieren natürliche Regulationsmechanismen nur eingeschränkt. Jagd ist hier kein überflüssiger Eingriff, sondern ein fachlich begründetes und rechtlich legitimiertes Instrument staatlicher Daseinsvorsorge im ländlichen Raum. Sie erfolgt innerhalb enger rechtlicher Grenzen und unterliegt einem dichten Netz aus Jagdrecht, Tierschutzrecht und Waffenrecht.
Besonders bedenklich ist die konkrete Folge der öffentlichen Skandalisierung. Das betroffene Kinderhospiz hat angekündigt, entsprechende Spenden künftig nicht mehr anzunehmen. Leidtragende sind nicht Jäger oder Aktivisten, sondern schwerkranke Kinder und ihre Familien.
Der Begriff „Blutgeld“ suggeriert Schuld und moralische Verwerflichkeit und verzerrt im Zusammenhang mit einer Spende an ein Kinderhospiz die Wirklichkeit. Wer durch Protest finanzielle Hilfe für kranke Kinder verhindert, sollte zumindest beantworten, wer diese Unterstützung künftig übernimmt. Moralische Empörung hilft nicht. Konkrete Hilfe schon.
Journalistische Verantwortung bedeutet, Verhältnismäßigkeit zu wahren und unterschiedliche Perspektiven sachlich abzubilden.
Jagd darf und muss diskutiert werden. Diese Debatte sollte jedoch faktenbasiert geführt werden und nicht mit moralischen Etiketten.


Hochachtungsvoll,
Jochen Roling
(Vorsitzender)

Partner