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ASP - Ausbruch auf einem Sauenbetrieb im Emsland (Presse des ML)

„Seit 04.07.2022 gilt die Allgemeinverfügung zur ASP des Landkeises Emsland. Die Sauenjagd innerhalb des 10 km Beobachtungsradius betreffend heißt es darin unter Nr. 16: Jagdausübungsberechtigte haben von jedem erlegten Wildschwein Proben zur serologischen und virologischen Untersuchung zu entnehmen, zu kennzeichnen und innerhalb von 2 Tagen bei meinen Kreishäusern abzugeben.“


Hannover. Die Afrikanischen Schweinepest (ASP) hat erstmals Niedersachsen erreicht. Der Ausbruch ist in einem landwirtschaftlichen Betrieb im südlichen Landkreis Emsland festgestellt worden. Wie das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium mitteilte, liegt seit heute (2.7.) die Bestätigung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vor. Der Betrieb in der Gemeinde Emsbüren hält 280 Sauen und rund 1500 Ferkel. Der komplette Bestand wird morgen tierschutzgerecht getötet. Die Kontaktbetriebe werden derzeit recherchiert. Die Schweinepest ist für Menschen ungefährlich.

Die Eintragsursache ist bisher unbekannt. Um den Betrieb wurde eine Sperrzone in einem Radius von insgesamt 10 Kilometern eingerichtet. In diesem Bereich liegen 296 Schweinebetriebe, in denen insgesamt rund 195.000 Schweine gehalten werden. Die Sperrzone erstreckt sich auch auf Gebiete des angrenzenden Landkreises Grafschaft Bentheim. Zu den Maßnahmen in der Sperrzone zählen unter anderem Stichproben-Untersuchungen in allen Betrieben und das Verbot, Schweine zu verbringen (Durchgangsverkehr erlaubt).

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Es war leider nur eine Frage der Zeit, wann die Schweinepest auch Niedersachsen erreicht. Das ist ein harter emotionaler Schlag für die Schweinehalter bei uns im Land. Wir haben uns aber in den vergangenen Jahren intensiv auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet.“ So fanden in den vergangenen Jahren regelmäßige Bund-Länder-Übungen statt, um die Abläufe zu überprüfen. Für rund 1,1 Millionen Euro hat das Land außerdem Materialen zur Eindämmung des Krankheitsgeschehens im Falle eines Ausbruchs bei Wildschweinen angeschafft. Damit die kommunalen Veterinärbehörden im Falle eines ASP-Ausbruchs nicht alleine agieren müssen, sondern kompetente Unterstützung erfahren können, wurde die AN Vorsorge GmbH errichtet. Diese ist für die Vorhaltemaßnahmen zur Bekämpfung der ASP zuständig.

Am Freitag, 1. Juli, wurde im Lebensmittel- und Veterinärinstitut des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) das Virus der afrikanischen Schweinepest in einer konventionellen Schweinehaltung im Emsland nachgewiesen. Das Untersuchungsergebnis wurde heute durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. Die Feststellung des Tierseuchenkrisenfalls ist in Vorbereitung. Ministerin Otte-Kinast: „Unser wichtigstes Ziel ist es nun, die weitere Ausbreitung zu verhindern, damit wir keinen Flächenbrand erleben. Achten Sie auf die Einhaltung der Biosicherheit in ihrem Betrieb“, sagte Ministerin Otte-Kinast an die Landwirtinnen und Landwirte gewandt.

In Bezug auf den aktuell betroffenen Betrieb richtete sie den dringenden Appell an die Bevölkerung im Sinne der äußerst wichtigen Prävention von einem „Seuchen-Tourismus“ ins Emsland abzusehen. Das Virus ist sehr stabil und bleibt in der Umwelt lange infektiös. Es kann durch bestimmte Fleischprodukte, aber auch durch kontaminiertes Futter, Fahrzeuge, Kleidung oder Werkzeuge übertragen werden. Das Risiko einer Verschleppung des Erregers ist daher unbedingt zu verringern. Schweinehalter, die zudem Jagdausübende sind, sollten die Gefahren einer Einschleppung des ASP-Virus durch ihre Fahrzeuge, Kleidung, Hunde oder durch den Kontakt zu ihren Tieren besonders beachten.

Die Infektion mit ASP führt sowohl bei Haus- als auch bei Wildschweinen zu einer schweren Erkrankung, die fast immer tödlich ist. Eine Impfung der Schweine gegen die Afrikanische Schweinepest ist derzeit noch nicht möglich. Seit 2007 hatte sich die ASP in Osteuropa verbreitet. 2020 wurden kranken Wildschweine erstmals auch in Deutschland festgestellt. Mitte Juli 2021 wurde die Krankheit erstmals auch in einem Schweinemastbetrieb in Deutschland registriert. Fälle bei Haus- und Wildschweinen sind bislang in Brandenburg, Baden-Württemberg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern aufgetreten. In Niedersachsen arbeiten die kommunalen Veterinärbehörden (Veterinärämter auf Landkreisebene), die Task-Force Veterinärwesen des LAVES und das Landwirtschaftsministerium in der Prävention und in der Vorbereitung auf einen ASP-Ausbruch eng zusammen.

Download: Probenbegleitschein

Weitere Informationen sowie aktualisierte FAQs gibt es unter www.laves.niedersachsen.de

Ausschnitt aus der Rede der Ministerin Otte-Kinast:

"Um den Betrieb wird eine Sperrzone in einem Radius von insgesamt 10 Kilometern eingerichtet. In diesem Bereich liegen 296 Schweinehaltungen, in denen insgesamt rund 195.000 Schweine gehalten werden. Die Sperrzone erstreckt sich auch auf Gebiete des angrenzenden Landkreises Grafschaft Bentheim.

Dort werden jetzt umfangreiche Untersuchungen eingeleitet, um festzustellen, ob möglicherweise noch weitere Betriebe betroffen sind.

Die Einrichtung der Sperrzone (Schutzzone und Überwachungszone) ist leider mit erheblichen Einschränkungen für die Schweinehalter verbunden:

Das Verbringen von Schweinen, Erzeugnissen und Gülle aus Betrieben in der Sperrzone ist grundsätzlich verboten; Ausnahmen sind nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich, deren Einhaltung von den zuständigen Behörden geprüft wird.

Näheres regeln die Allgemeinverfügungen der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim, die in Kürze veröffentlicht werden.

Ich möchte in diesem Zusammenhang alle Schweinehalter im südlichen Emsland bitten, jetzt nicht in hektische Betriebsamkeit zu verfallen und heute oder morgen Tiere von A nach B oder C zu transportieren.

Solange wir nicht mehr über die Eintragsquelle wissen, birgt das die große Gefahr einer weiteren Verbreitung des Virus.

Und genau das ist es, was wir jetzt verhindern müssen: Das aus einem möglichen „Punkteintrag“ ein Flächenbrand wird.

Wir werden gemeinsam mit den Landkreisen, dem LAVES und den Unternehmen der Schlachtbranche alles dafür tun, die Einschränkungen für die Tierhalter und ihre Tiere so gering wie möglich zu halten.

Die nächsten Wochen werden für alle Beteiligten und Betroffenen sehr viel Arbeit, Sorgen und Mühen mit sich bringen.

Leider (oder soll ich sagen: Glücklicherweise?) haben wir in Niedersachsen viel Erfahrung mit Tierseuchen und ihrer Bekämpfung. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir auch mit dieser Krise fertig werden."