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Mitgliederversammlung wählt neuen Vorsitzenden

 

Die Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Lingen stand ganz im Zeichen des Wechsels an der Führungsspitze. Viele lobende und dankende Worte an Hubert Ull, der nach zwei Amtsperioden den Vorsitz abgab und eine einstimmige Wahl von Jochen Roling zum neuen Vorsitzenden waren die Highlights der Versammlung, die sich die zahlreichen Jägerinnen und Jäger im vollbesetzten Saal der Gaststätte Klaas-Schaper in Lingen nicht entgehen lassen wollten. Großes Interesse bestand außerdem am Vortrag zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) vom Kreisveterinär Dr. Brunklaus. Hier einige Inhalte der gelungenen Veranstaltung:

Als „Mann der offenen und klaren Worte“ bezeichnete Oberbürgermeister Dieter Krone den scheidenden Vorsitzenden Hubert Ull. Er und auch die nachfolgenden Redner MdL Christian Fühner und Dezernent Marc-Andre Burgdorf dankten Hubert Ull für sein Engagement und lobten ihn als Jäger mit Leib und Seele. Sie bezeichneten in ihren Grußworten die Jägerschaft als starken, streitbaren und sehr teamfähigen Verband und gaben einige Hinweise zur Bedeutung der Jagd bezüglich der ASP.

Für besondere Verdienste in Naturschutz und Wildhege wurden Rudolph Kamprolf und Norbert Reker ausgezeichnet. Reker erhielt nach Laudatio von Jochen Roling das DJV Wildhegeabzeichen. Rudolph Kamprolf bekam nach Ehrung von Johann Högemann das „Goldene Rebhuhn“.

Im Vortrag ging Dr. Dieter Brunklaus auf die Krankheitssymptome, die Herkunft und Einschleppung, die Übertragungswege und auf die Konsequenzen eines Ausbruchs von ASP im Emsland ein. Das Virus sei zwar sehr widerstandsfähig, es könne aber nur über den direkten intensiven Kontakt übertragen werden. Träger seien in Europa nur die Schweine (im Blut) und nicht Schadnager oder Prädatoren. Die Schuld für die Übertragung über weite Entfernungen liege beim Mensch, der über den Transport von Schweineprodukten (Vektoren) das Virus verbreitet hat. Das Virus könne sich auch in Erde o.a. Umgebungen lange halten. ASP würde deshalb in der Verbreitungszone ein latentes Problem bleiben, das sich nicht über die Zeit „totläuft“. Dr. Brunklaus erläuterte eindrucksvoll, welche Folgen der Ausbruch der ASP in Niedersachsen und besonders im Emsland hätte. Ein ASP-Fall bei Hausschweinen hätte die Keulung der Ausbruchs- und Verdachtsbestände sowie die Einrichtung eines Sperr- und Beobachtungsgebietes zur Folge, aus denen anfangs gar keine Schweine verbracht werden dürften („Stand-Still“). Ein ASP-Fall bei einem Wildschwein hätte die Einrichtung eines gefährdeten Gebietes zur Folge in Größe bis zu einem Viertels der Landkreisfläche. Bei allen Arten von Restriktionsgebieten dürften Schweine und ihre Erzeugnisse nur mit strengen Ausnahmeregelungen verbracht werden. Es drohe ein dramatischer Preisverfall und eine unschädliche Beseitigung von wertvollen tierischen Erzeugnissen.
Die Jäger seien zur Mithilfe verpflichtet und müssten im betroffenen Gebiet 70 % des Schwarzwildes erlegen. Dr. Brunklaus appellierte an die Jäger ASP-Regionen in Osteuropa zu meiden. Er forderte die Reviere auf, beim ASP-Monitoring mitzumachen und mit den Schwarzwild-Trichinenproben auch Blutproben einzureichen. Die Jäger sollten aufmerksam sein und verendetes Schwarzwild melden. Der Schwarzwildbestand müsse prophylaktisch stärker reguliert werden.

Im Anschluss berichtete Josef Schröer, Vizepräsident der LJN, von jagdrechtlichen und verbandspolitischen Neuerungen. Für die Umstellung auf „bleifreie“ Munition prognostizierte Schröer mehr Zeit. Der Schießnachweis für Gesellschaftsjäger werde im Bundesjagdgesetz verankert. Jagdrechtliche Änderungen würden in Niedersachsen zu mehr Rechtssicherheit bei der Nutriabejagung führen und auch jagdliche Regeln im ASP-Fall festlegen. Für den Mehrabschuss an Schwarzwild sei mit einer Prämie von 50,- pro Sau zu rechnen (verbunden mit der Abgabe einer Blutprobe). Nutrias würden regional zum Problem. Schröer forderte den Landkreis deshalb zum wiederholten Male auf, die FFH Schutzgebietsverordnungen zu korrigieren.

Kreisjägermeister Heiner Hüsing kommentierte den aktuellen Streckenbericht. Er bedankte sich bei den Hegegemeinschaften für deren Arbeit und verwies auf die starken Damhirsch-Trophäen. Hüsing appellierte zur noch stärkeren Rehwildbejagung und kündigte dazu Vortragsveranstaltungen an. Landwirte sollten bei der Bejagung des Schwarzwildes helfen und Schneisen im Mais anlegen und dabei die Kodierung 177 im Antrag Agrarförderung nutzen. Die Landwirtschaft, insbesondere das Landvolk, müsse stärker mit den Jägern zusammenarbeiten. Für gelungene revierübergreifende Drückjagden bedankte sich Heiner Hüsing bei Uwe Aegerter vom Forstamt Ankum für deren Mithilfe. Als gutes Beispiel für die Ausgestaltung eines fasanenfreundlichen Jagdreviers nannte er Emsbüren-Berge. Der Kreisjägermeister bedankte sich außerdem bei den Ausbildern der Jagdkurse, freute sich über die Vielzahl der jungen Jägerinnen und Jäger im Altkreis Lingen und kündigte Arbeitsgruppen für Jungjäger an. Ansprechpartner dafür seien Dennis Wilming und Laurenz Berling, die zukünftig mit dem Vorstand der Jägerschaft Lingen zusammenarbeiten werden. Abschießend prämierte Heiner Hüsing die besten Trophäen.

Rehwild:
Goldener Bruch:               Bernd Könning, Andervenne
Silberner Bruch:               Franz Uhlenberg, Langen
Bronzener Bruch:             Willi Kramer, Andervenne

Schwarzwild:
      Gold                          Ferdinand Nölker, Estringen
      Silber                        Matthias Hövels, Steide


Dann fand die Stabübergabe des Vorsitzes der Jägerschaft Lingen statt. Hubert Ull bedankte sich bei allen Mitgliedern und begründete seinen Wunsch zu gehen mit dem Spruch: Du musst aufhören, wenn gesagt wird „De har ja ock noch en paar Joahrn konnt“. Jochen Roling stellte sich als Ulls möglicher Nachfolger kurz vor und wurde von den Mitgliedern nach einer vom Bezirksvorsitzenden Martin Meyer-Lührmann geleiteten Wahl einstimmig zum neuen Vorsitzenden der Jägerschaft Lingen gewählt. Das Amt des Schatzmeisters behält Roling parallel. In einer kurzen Laudatio bedankte sich Heiner Hüsing bei Hubert Ull für dessen vorbildliche Arbeit und erklärte Hubert Ull mit einem tosenden Applaus der Mitgliedschaft zum Ehrenvorsitzenden der Jägerschaft Lingen.

Unter dem abschließenden Punkt „Verschiedenes“ stellte Conny Eilers seine Hundemeute (Eilersmeute) vor. Die Kontaktdaten werden auf der Homepage www.jaegerschaft-lingen.de veröffentlicht.

Allen Geehrten und Ausgezeichneten Herzlichen Glückwunsch und Waidmannsheil

Nachfolgend einige weitere Bilder: