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Erfolgreicher Schnellkurs zum „Grünen Abitur“ bei der Jagdschule „HHH“

Von Heinz Krüssel: Früher mussten angehende Jungjäger bis zu einem Jahr an Zeit investieren, bevor sie ihre Jägerprüfung, das so genannte „Grüne Abitur“ ablegen konnten. Seit einigen Jahren gibt es einen deutlich zeitsparenderen Weg: Schnell- oder Crashkurse, wie sie seit 2008 auch im Altkreis Lingen von der „Jagdschule Elbergen“ angeboten werden. Der Trend ging in den vergangenen Jahren immer mehr zu diesen Schnellkursen, zumal die Anwärter in der Regel innerhalb von wenigen Wochen den Kurs einschließlich Prüfung erfolgreich abschließen können. Für die Jägerschaft Lingen bedeutete dies, dass immer mehr Interessenten aus der Region ihre Ausbildung und Prüfung erfolgreich an großen Jagdschulen in ganz Deutschland absolvierten und damit oft auch für die jagdliche Verbandsarbeit verloren gingen. Auf Initiative von Bernhard Schumacher aus Spelle, seinerzeit Kreisjägermeister und Vorsitzender der Jägerprüfungskommission der Jägerschaft Lingen, wurden Überlegungen angestellt, wie man dem Zeitgeist entsprechen und den Jagdscheinbewerbern ein Ausbildungsangebot in der Region anbieten könne. Die beiden Förster Dieter Hey und Jan Hildebrandt sowie der Jagdhundexperte Gerd Hopmann, allesamt erfahrene und passionierte Jäger, erklärten sich bereit, die Ausbildung in Eigenregie der Jägerschaft aufzubauen und ein Konzept zu entwickeln. Dieter Hey zeichnet für den Bereich Waffen, Jan Hildebrandt für die Bereiche Hege, Naturschutz und Jagdbetrieb verantwortlich. Gerd Hopmann hat die Ausbildungsfelder Wildbrethygiene, Jagdrecht, Jagdhunde, Fallenjagd und Jagdliches Brauchtum übernommen. In einem Gespräch mit der Redaktion zogen die „Drei H’s: Hey, Hildebrandt und Hopmann“ jetzt eine positive Bilanz. „Zum Start im Jahr 2008 konnten wir das umfangreiche Equipment wie beispielsweise Waffen, Lehrmaterial und Tierpräparate von Rudolf Lammers aus Lünne nutzen.“ Dieser wollte nach jahrzehntelanger Ausbildertätigkeit kürzertreten und stellte zunächst auch seine Ausbildungsräume zur Verfügung. Auf der Suche nach einem größeren Raumangebot wurde man schließlich im Dorfgemeinschaftshaus in Elbergen fündig. Dort standen zudem entsprechende sanitäre Anlagen ebenso wie Lagermöglichkeiten für das Ausbildungsmaterial sowie ausreichende Parkplätze zur Verfügung. Die Verantwortlichen legen großen Wert auf eine praxisnahe Ausbildung. „Der Erfolg gibt uns Recht“, weist Dieter Hey auf eine Erfolgsquote von rund 95 Prozent hin. Ausfälle gebe es allenfalls in den Schießprüfungen, die zur schriftlichen sowie mündlich/praktischen Jägerprüfung gehören.

Die Jagdschule Elbergen bietet zwei Kurse im Jahr an. Im Frühjahr findet die Ausbildung an vier Wochenenden von Freitagmittag bis Sonntagabend mit einer anschließenden Prüfungswoche statt. Im Sommer können die Interessenten in drei Wochen täglich den Jungjägerkurs absolvieren. Hier stellt man sich terminlich auf Überschneidungen der Ferien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ein. Im Jahr werden etwa 20 angehende Jungjäger ausgebildet, die zum größten Teil aus dem Altkreis Lingen, aber auch aus angrenzenden Regionen bis hin nach Österreich oder Luxemburg kommen. Interessenten, die lieber einen traditionellen Jahreskurs absolvieren möchten, haben im Bereich der Jägerschaft Lingen eine Alternative bei Forstamtmann Herbert Geers in Freren.

Auffällig sei, dass immer mehr Jugendliche und Schüler sich der umfangreichen Ausbildung stellen und schließlich ihr Können und Wissen zu Themen rund um Natur- und Umweltschutz in einer umfangreichen Prüfung unter Beweis stellen. Auch der Anteil an Jägerinnen nehme kontinuierlich zu und liege aktuell bei rund 30 Prozent, hieß es.

Einen werblichen Internetauftritt zur „Jagdschule Elbergen“ sucht man allerdings vergeblich: „Wir leben ausschließlich von Mund-zu-Mund-Propaganda“, betonen Hey, Hildebrand und Hopmann. Interessenten erhalten auf Wunsch Informationen telefonisch unter 0160/8420304.

Foto oben: Die passionierten Jäger (von links) Gerd Hopmann, Jan Hildebrandt und Dieter Hey führen die Jagdschule Elbergen und bilden die Jungjägeranwärter aus.

Foto im Text: Der Jägerschaftsvorsitzende Jochen Roling prüft eine junge Anwärterin zum Thema Waffenkunde.

Fotos: Heinz Krüssel