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Mitgliederversammlung der Jägerinnen und Jäger in Präsenz

Endlich hat es geklappt. Die Jahreshauptversammlung der Mitglieder der Jägerschaft Lingen konnte in Präsenz im Saal der Gaststätte Klaas-Schaper in Lingen stattfinden. Der Einladung des Vorstandes unter Leitung des Vorsitzenden Jochen Roling waren trotz Corona relativ viele Jägerinnen und Jäger am 15. September gefolgt. Die bereitgestellten Tische waren gut besetzt. Redebeiträge von Gästen aus der Landes-, Kreis und Stadtpolitik haben ebenso gefehlt, wie der eigentlich übliche Vortrag. Trotzdem gab es interessante Informationen zur Jagdpolitik und zu den Aktivitäten der letzten zwei Jahre.

In der Begrüßung hat Jochen Roling darauf hingewiesen, dass die letzte Versammlung schon zweieinhalb Jahre her ist. Es wurde der verstorbenen Mitglieder, namentlich aus den einzelnen Hegeringen, gedacht.

In seinem Tätigkeitsbericht stellte der Vorsitzende souverän die Aktivitäten und Projekte der Jägerschaft Lingen aus den letzten zwei Jahren vor. Er lobte besonders die „Drohnenpiloten“ die im Team mit zwei Drohnen in diesem Frühjahr wieder viele Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt haben. Er appellierte an die anwesenden Revierpächter, bei Jagdeinladungen ggf. auch die örtlichen Drohnenpiloten zu berücksichtigen. Roling lobte auch das Engagement von Ludger Fehren-Evering und Robert Vogeler bei den Pflanzaktionen für Obstbäume. Das sei in der Öffentlichkeit gut angekommen und soll nochmal wiederholt werden.

Dankende Worte fand der Vorsitzende dann für Johann Högemann und Josef Schröer, die das Projekt „Wildpflanzen für Energiegewinnung“ auf den Weg gebracht haben. Beim Förderprogramm des Landes Niedersachsen (ca. 500,-/ha) muss noch die Werbetrommel gerührt werden, damit viele Landwirte mitmachen.

Kritik äußerte Roling zur Einbindung der Jägerschaft und zum Informationsfluss seitens der Landesregierung beim Niedersächsischen Weg. Es sollen ökologische Stationen eingerichtet werden, in deren Gründungsaktionen und Beiräten die Jägerschaften bislang nicht vertreten sind. Die Diskussionen sind aber noch nicht beendet und der Vorstand der Jägerschaft sei trotz der Kritik weiter gesprächsbereit.  

Zu den Aktivitäten des Niederwildprojekts (LVFN) der Landesjägerschaft gehörten in den letzten Jahren das Sponsoring von Saatgut und von Betonrohrfallen. Hier war auch die Jägerschaft Lingen sehr aktiv.

Kritische Worte zur Landesjagdpolitik fand Josef Schröer, Vizepräsident der LJN und stellvertretender Vorsitzender. Es mangele an Verlässlichkeit und Zusagen würden nicht immer eingehalten. Optimistisch äußerte er sich trotzdem zur anstehenden Änderung des Landesjagdgesetzes. Geplant seien Änderungen u.a. zum Schießnachweis und zur Aufnahme des Wolfes in den Katalog der jagdbaren Tiere ab 01.04.2022.

Schröer erläuterte auch zukünftige Änderungen der Jagdpolitik auf EU- und Bundesebene. Der DJV müsse sich neu aufstellen und die prioritäre Aufgabe der Vertretung der jagdlichen Interessen in Berlin besser erfüllen.

Neues zum Thema Wolf, offizielle Zahlen sprechen von 39 Rudeln und zwei Paaren in Niedersachsen, berichtete der Vizepräsident ebenfalls. Für die Aufnahme und Dokumentation der Wolfsrisse sei in Zukunft die Landwirtschaftskammer zuständig, um damit eine engere Verknüpfung zur Auszahlung der Entschädigungen zu schaffen. Ob das in Zusammenarbeit mit den Wolfsberatern vor Ort gelingt, bleibt abzuwarten. Schröer schloss seinen Wortbeitrag mit den Neuerungen im LJN-Präsidium und appellierte an die Anwesenden den zukünftigen Weg des LJN mitzugehen.

Im formellen Teil der Mitgliederversammlung berichtete die Schatzmeisterin Franziska Korves dann vom Stand der Finanzen der Kalenderjahre 2019 und 2020. Das Vermögen ist aufgrund mangelnder Veranstaltungen gestiegen. Die Kasse ist gut geführt und der Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Bei den anstehenden Neuwahlen des 2. Vorsitzenden und des Schriftführers wurden Josef Schröer und Günter Tieke einstimmig wiedergewählt. Auch die Nominierung von Heiner Hüsing zum künftigen Kreisjägermeister (Wiederwahl) erfolgte ohne Gegenstimmen und Enthaltungen. Die Einstimmigkeit bei den Wahlen unterstreicht das harmonische Verhältnis zwischen den Mitgliedern, den Hegeringen und dem Vorstand in der Jägerschaft Lingen.

Nach einer Kurzinfo zur anstehenden Überarbeitung des Infomobils (Rollende Waldschule) beendete der Vorsitzende Roling die Mitgliederversammlung mit einem Waidmannsheil für die anstehende Jagdsaison.