| | | |

Reh mit „Haarseuche“ in Holsten/Bexten

Wie der Hegeringleiter Gerd Hopmann berichtet, musste im Hegering IV Emsbüren-Salzbergen ein Reh im Revier Holsten/Bexten durch einen Hegeabschuss erlegt werden. Das Veterinäruntersuchungsamt Münster-Emscher-Lippe stellte als Befund die Haarseuche fest. Dabei handelt es sich um eine Hautkrankheit, bei der eine „hochgradige, multifunktionale bis konfluierende Haarlosigkeit am Rumpf und Hals als auch an den Gliedmaßen“ bei Rehwild festgestellt wird. Pathologisch-histologisch wurden keine entzündlichen, degenerativen oder Hautparasiten als mögliche Ursache nachgewiesen. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Die Krankheit wird auch Haarkeratose beim Reh genannt. Als Ursache wird in der Literatur ein möglicherweise sekundärer Zinkmangel, verursacht durch einen zu hohen Kadmium-Gehalt in der Nahrung, beschrieben. Häufig tritt diese Erkrankung in den Wintermonaten auf und eher bei Feldrehen, die überwiegend Raps aufnehmen. Klinisch kommt es zu einem Abbrechen des Winterhaares. Es wird beschrieben, dass die Haarinnenstruktur ungeordnet ist. Bei dem geschossenen Rehbock bestand außerdem eine Schrägfraktur des Unterschenkels oberhalb des linken Sprunggelenks. Die Fraktur wies eine beginnende Kallusbildung auf. Nebenbefund war außerdem eine Endoparasitose (Zeckenbefall). Hinweise für eine infektiöse Erkrankung fanden sich nicht.