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300 Jägerinnen und Jäger beim Vortragsabend

Der Saal von Wulfekotte in Lünne platzte aus allen Nähten. Etwa 300 Jägerinnen und Jäger wollten die Reden zu den angekündigten Vortragsthemen hören. Es waren nicht nur die Mitglieder der Jägerschaft Lingen sondern darüber hinaus auch viele Interessierte aus der regionalen Nachbarschaft anwesend.

Tobias Schütte hat als stellvertretender Leiter des Hegering Lünne zunächst alle Anwesenden begrüßt. Er, wie auch der Vorsitzende der Jägerschaft, Jochen Roling, waren sichtlich hoch erfreut über den vollen Saal. Jochen Roling knüpfte in seinem Eingangsstatement an den letzten Vortragsabend zum Fasanenprojekt an und hob die Wichtigkeit der Raubwildbejagung zum Schutz der Feldhühner und Wiesenbrüter in unserer Region hervor.

Im ersten Vortrag informierte der stellvertretende Vorsitzende und Vizepräsident des LJN Josef Schröer über den aktuellen Stand zur Planung eines Niederwildprojektes in Niedersachsen. Geforscht sei genug. Es gehe jetzt darum, die Erkenntnisse zur Lebensraumgestaltung, zur Prädatorenbejagung und zur Feldhühneraufzucht in die Praxis umzusetzen. Die Landesjägerschaft (LJN) will dafür zunächst im Frühjahr Saatgut besonders für mehrjährig angelegte Blühstreifen sponsern. Blühstreifen seien für Landwirte über die Antragstellung auf Agrarförderung jetzt an allen Ackerkulturen förderfähig und nicht nur wie in Vergangenheit am Mais. Über das Niederwildprojekt sollen in diesem Jahr außerdem tierartgerechte Fangsysteme für Raubwild und elektronische Meldesysteme gefördert werden. Weitere Details will Schröer auf den im März stattfindenden Hegeringversammlungen und auf der Mitgliederversammlung am 21.03.2019 bekanntgeben.     

Den spannenden Part des Abends gestaltete Anton Maas, Niederwildjäger und Experte für Prädationsbejagung aus Störmede, einem Dorf bei Lippstadt. Er zeigte beeindruckende Bilder aus seinem Revier und untermauerte seine Argumente mit einfach dargestellten Zahlen aus Forschung und Wissenschaft. Die kleinen Hasen, Kaninchen und Fasanenküken würden neben dem Raubwild auch vom Schwarzwild, von Störchen, Reihern und Krähen gefressen. Beispiele deutlicher Hasenzuwächse zeigte Maas aus eingezäunten Bereichen, in die kein Raubwild einwechseln könne. Ursachen des Rückgangs der Hasen- und Fasanenpopulationen seien bei der Gestaltung der Feldflur, beim Straßenverkehr, beim Wetter, bei der Jagd und beim Raubwild zu suchen. Beeinflussen könne der Jäger selbst aber nur sein eigenes Tun bei der Jagd auf Hase und Fasan und bei der Raubwildbejagung. Maas brachte seinen Vortrag auf eine einfache Formel: „Niederwild vermehrt sich nur dann, wenn es nicht gefressen wird.“ Er favorisiert die Raubwildjagd mit der Wipprohrfalle. Es sei mühselig, bei Wind und Kälte auf Raubwild anzusitzen. Besser sei es, von der Falle angerufen zu werden, wenn darin ein Fuchs oder ein Marder gefangen wurde. Die modernen Betonwipprohrfallen sind mit elektronischen Meldern ausgerüstet, die den Fang aufs Handy melden. Sie fangen lebend und tierartgerecht.

Anton Maas hat zum Schluss seines Vortrages noch viele Fragen zum praktischen Umgang mit den Fangsystemen beantwortet. Die Anwesenden dankten ihm für seinen Vortrag, der unter dem Motto „Aus der Praxis, für die Praxis“ stand, mit einem langen Applaus.

Mit dem Hinweis auf die ausgestellten Fallensysteme vor und im Saal, zu denen die anwesenden Hersteller gerne Fragen beantworten würden, hat der Vorsitzende Jochen Roling die Veranstaltung dann beendet.

 

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